Handtherapie nach Arbeitsunfall per Videosprechstunde
Handverletzungen gehören zu den häufigsten Folgen von Arbeitsunfällen, und gute Handtherapie ist vor Ort oft nicht zu bekommen. Routine Health behandelt Hand- und Fingerverletzungen nach Arbeitsunfällen per Videosprechstunde, bundesweit, abgerechnet mit Ihrer Berufsgenossenschaft. Therapiestart in der Regel innerhalb weniger Tage, bis zu fünf Einheiten pro Woche, Material kommt per Post.
Welche Handverletzungen wir behandeln
Wir behandeln Verletzungen an Hand, Handgelenk und Unterarm nach Arbeitsunfällen. Dazu gehören:
- Frakturen von Fingern, Mittelhand und Handgelenk, auch nach Operation mit Platte oder Draht
- Sehnenverletzungen der Beuge- und Strecksehnen, nach Naht oder Rekonstruktion
- Nervenverletzungen mit Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust
- Quetschungen und Weichteilverletzungen, etwa nach Maschinenunfällen
- Teilamputationen von Fingern oder Fingergliedern
- Zustand nach Arthrodese (Gelenkversteifung)
- Frakturen, Luxationen und Distorsionen an Unterarm und Ellenbogen
- CRPS (Morbus Sudeck) nach Handverletzung oder Operation
Für Ärzte: die vollständige Liste mit ICD-10-Codes steht auf der Seite Fachkreise.
Warum früh anfangen wichtig ist
Nach einer Handverletzung passiert in den ersten Wochen am meisten. Narben bilden sich, Sehnen verkleben, Gelenke werden steif, und das Gehirn gewöhnt sich daran, die Hand zu schonen. Was in dieser Zeit nicht bewegt wird, ist später schwer zurückzuholen.
Deshalb beginnt Handtherapie oft schon in der ersten Woche nach der Operation, in Absprache mit dem Operateur. Eine Wartezeit von Wochen oder Monaten auf einen Praxisplatz ist bei Handverletzungen besonders ungünstig. Per Videosprechstunde entfällt sie. Kein Ergotherapie-Platz? So geht es trotzdem weiter.
Wie Handtherapie per Videosprechstunde abläuft
Vielleicht fragen Sie sich, wie Handtherapie ohne die Hände einer Therapeutin oder eines Therapeuten gehen soll. Die Antwort: Vieles in der Handtherapie machen Sie ohnehin selbst, unter Anleitung. Genau das funktioniert per Videosprechstunde.
Was Sie bekommen:
- Therapieset per Post. Je nach Verletzung Übungsmaterial, Knetmassen in verschiedenen Härten, Greifhilfen, Sensibilitätsmaterial. Bei Bedarf ein Tablet mit zweiter Kamera, damit Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut Ihre Hand von oben sieht.
- Live-Einheiten, 30 bis 45 Minuten. Eine Therapeutin oder ein Therapeut arbeitet die ganze Zeit nur mit Ihnen, sieht Ihre Hand in Nahaufnahme, korrigiert Bewegungen, steigert die Übungen.
- Bis zu fünfmal pro Woche. Ohne Anfahrt lässt sich die hohe Frequenz durchhalten, die Handverletzungen in den ersten Wochen brauchen.
- Übungsprogramm für zwischendurch. Mit Anleitung, abgestimmt auf Ihre Verletzung und Ihre Heilungsphase.
- Narbenbehandlung. Anleitung zur Narbenmassage und Desensibilisierung, die Sie selbst durchführen.
- Bericht an den Arzt. Ihr D-Arzt bekommt automatisch einen strukturierten Therapiebericht mit Bewegungsmaßen und Verlauf.
Was wir nicht können: Manuelle Techniken, bei denen Therapeutin oder Therapeut Ihre Hand selbst bewegen oder mobilisieren. Wenn Ihre Verletzung das zwingend braucht, ist eine Handtherapie-Praxis vor Ort die richtige Wahl.
Fallbeispiel: Handrekonstruktion nach Teilamputation
Ein 35-jähriger Patient verlor bei einem Arbeitsunfall Teile von Mittel- und Ringfinger. Eine Woche nach der Operation begann die Tele-Ergotherapie, zweimal pro Woche, über 24 Einheiten. Die Schmerzen gingen von 8 auf 0 bis 2 auf der Zehnerskala zurück. Nach sechs Monaten war der Patient wieder voll arbeitsfähig.
Das ist ein Einzelfall. Jeder Verlauf ist anders und hängt von Verletzung, Operation und Mitarbeit ab. Der vollständige Fallbericht steht auf der Seite Fachkreise.
CRPS nach Handverletzung
Wenn Wochen nach der Verletzung oder Operation die Hand unverhältnismäßig schmerzt, anschwillt, sich verfärbt oder die Haut überempfindlich wird, kann ein CRPS dahinterstecken, früher Morbus Sudeck genannt. Es tritt nach Handverletzungen und Handgelenksfrakturen häufiger auf als an anderen Körperstellen.
Bei CRPS arbeiten wir mit Spiegeltherapie und Graded Motor Imagery. Beide Methoden funktionieren am Bildschirm besonders gut, weil sie ohnehin mit Bildern, Vorstellung und Beobachtung arbeiten. Mehr zu CRPS
Was Ihr D-Arzt braucht
Ein normales BG-Rezept für sensomotorisch-perzeptive Behandlung, Position 11.2. Mehr nicht. Wenn Ihr Arzt Fragen zur Videotherapie hat, verweisen Sie ihn auf unsere Seite für Fachkreise oder lassen Sie ihn uns direkt anrufen: 0211 822678-20. Wie das BG-Verfahren insgesamt läuft, steht auf der Seite Ergotherapie nach Arbeitsunfall.
So starten Sie
- Rezept fotografieren, Vorder- und Rückseite.
- Auf routine.health/rezept-service hochladen.
- Wir holen die Genehmigung der BG und rufen Sie an.
- Therapieset kommt per Post, erste Einheit wird vereinbart.
Häufige Fragen
Ja. Mit einer zweiten Kamera oder dem Tablet, das wir schicken, sieht Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut Ihre Hand von oben in Nahaufnahme. Bewegungsausmaße und Schwellung lassen sich so gut beurteilen.
Dann starten wir mit dem, was schon erlaubt ist: Nachbargelenke, Schulter, Ellenbogen, Sensibilität, Schmerz. Was wann erlaubt ist, stimmen wir mit Ihrem Operateur ab.
In den ersten Wochen nach einer Handverletzung meist drei- bis fünfmal. Später reicht oft weniger. Das richtet sich nach dem Rezept und dem Verlauf.
Sie selbst, unter Anleitung. Narbenmassage und Desensibilisierung sind Techniken, die Patienten ohnehin täglich zu Hause durchführen sollen.
Schienen verordnet der Arzt und fertigt ein Orthopädietechniker oder eine Handtherapie-Praxis vor Ort an. Wir beraten dazu und stimmen uns mit Ihrem Arzt ab.
Ziel der Handtherapie ist die Rückkehr in Ihren Beruf. Wir trainieren die Bewegungen und Griffe, die Sie dort brauchen. Was erreichbar ist, hängt von der Verletzung ab.
Üblich sind 10 bis 24 Einheiten. Bei schweren Verletzungen und CRPS auch länger. Ihr D-Arzt stellt bei Bedarf ein Folgerezept aus.
Nein. Die BG zahlt die Therapie, das Material und den Versand.